HALTUNG – Aha, ich selbst bin Teil davon
Führung beginnt nicht bei Methoden und Instrumenten. Sie beginnt bei der Haltung, aus der heraus wir führen. Sie entscheidet, was wir wahrnehmen, wie wir Situationen einordnen und welche Entscheidungen wir treffen. Oft geschieht das, ohne dass es uns bewusst ist.
Warum Haltung so entscheidend ist
Zwei Führungskräfte erleben dieselbe Situation und reagieren völlig unterschiedlich. Nicht weil sie unterschiedliche Methoden kennen. Sondern weil sie unterschiedlich auf die Situation schauen. Haltung wirkt wie ein innerer Filter. Sie bestimmt, worauf wir achten, was wir als Problem sehen und was wir für möglich halten.
Ein Beispiel aus dem Führungsalltag
Eine Mitarbeiterin widerspricht in einer Sitzung offen einer Entscheidung.
Die eine Führungskraft fühlt sich persönlich angegriffen und denkt, das untergräbt meine Position. Ich muss mich durchsetzen. Sie reagiert klar, bestimmt und beendet die Diskussion.
Die andere Führungskraft denkt, hier zeigt sich vielleicht eine wichtige Perspektive. Sie fragt nach, hält den Moment offen und lässt die Diskussion zu. Die Situation ist dieselbe. Die Wirkung der Reaktionen ist völlig unterschiedlich.
Haltung zeigt sich nicht in Leitbildern oder Werten an der Wand. Sie zeigt sich in Gesprächen, in Entscheidungen, im Umgang mit Druck und darin, wie wir auf andere Menschen reagieren. Gerade in herausfordernden Momenten wird sichtbar, aus welcher Haltung heraus wir führen.
Was es bedeutet, an Haltung zu arbeiten
Haltung lässt sich nicht einfach im Denken ändern. Aber sie lässt sich erweitern. Das beginnt damit, die eigene Sichtweise zu erkennen, andere Perspektiven bewusst einzubeziehen und die eigene Reaktion zu hinterfragen. So entsteht Schritt für Schritt mehr Handlungsspielraum.
Der entscheidende Hebel in der Führung ist selten das fehlende Wissen über Methoden oder Prozesse. Er liegt häufig in der eigenen Haltung und in der Bereitschaft, sie zu erweitern.